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Kritik an Staat und Betreibern nach Fährunglück mit 80 Toten in Simbabwe
Mindestens 80 Menschen sind beim Kentern einer Fähre gestorben, darunter viele Kinder. Fahrgäste sollen den Kapitän angefleht haben, wegen hoher Wellen und starken Windes umzudrehen.
Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa spricht von einer "nationalen Tragödie". In den vergangenen Tagen haben Taucher und Einsatzkräfte immer wieder weitere Leichen entdeckt - unter dem umgedrehten Rumpf der gekenterten Fähre und im Wasser rund um die Unglücksstelle. Laut Polizei wurden inzwischen 80 Todesopfer geborgen, darunter sollen mindestens 18 Kinder sein.
Nach wie vor ist jedoch unklar, wie viele Menschen sich tatsächlich an Bord befunden haben. Offiziell war die Fähre für 90 Passagiere plus fünf Besatzungsmitglieder zugelassen. Die Behörden sprechen inzwischen von über 110 erwachsenen Fahrgästen, dazu kommt eine unbekannte Zahl von Kindern. Denn die können zum Teil ohne Ticket mitfahren und tauchen deshalb in den Passagierlisten nicht auf.
Der Katastrophenschutz in der Provinz hat das Boot als stark überladen und technisch heruntergekommen bezeichnet. Nach Angaben von Überlebenden hatten Fahrgäste den Kapitän wegen der hohen Wellen und des starken Windes eindringlich gebeten, umzudrehen oder die Fahrt abzubrechen - allerdings vergeblich.
Kurz darauf geriet die Fähre im östlichen Teil des Lake Kariba in Seenot und kenterte. Örtliche Medien berichten, am Unglückstag habe es Sicherheitswarnungen für Boote auf dem Stausee gegeben. Präsident Mnangagwa hat das Unglück inzwischen offiziell zu einem "Katastrophenfall" erklärt. In einer Mitteilung räumte er "ernste Defizite" in Simbabwes maritimen Sicherheitsstrukturen ein.
Die Rettungsarbeiten auf dem Lake Kariba laufen - noch immer werden viele Menschen vermisst.
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Der Staatschef kündigte eine Überarbeitung der Sicherheitsstandards, eine Modernisierung der Flotte und einen Ersatz für die verunglückte Fähre an. Außerdem soll eine wichtige Straße saniert werden, die so marode ist, dass viele Menschen auf die Verbindung mit der Fähre angewiesen waren.
Menschenrechtsorganisationen in Simbabwe fordern darüber hinaus eine unabhängige Untersuchung, klare Rechenschaftspflichten und konkrete Reformen. Die Untersuchung des Unglücks wurde von den Behörden bereits angekündigt. Sie soll klären, warum die Fähre trotz der Wetterwarnungen ausgelaufen ist, wie viele Menschen tatsächlich an Bord waren, ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden und wer dafür Verantwortung trägt.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Fährunglück in Simbabwe: 80 Tote - Kritik an Staat und Betreibern wächst | 16.08.26 | 14:09 Uhr