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Belgisches Startup Aerospacelab baut über 200 Satelliten für Iris2
Die EU-Kommission hat ein Startup aus Belgien mit Bau von über 200 Satelliten für die Iris2-Konstellation beauftragt, keinen etablierten Player.
Satellit im Orbit (Symbolbild): wichtiges für die Branche
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Digitale Souveränität auch im Weltall: Die Europäische Union (EU) treibt den Aufbau ihrer Satellitenkonstellation Iris2 voran. Bei der Auftragsvergabe hat die EU-Kommission für eine Überraschung gesorgt: Statt einem der etablierten Hersteller hat ein Newcomer einen Großauftrag bekommen.
Die EU-Kommission hat Aerospacelab damit beauftragt, den Großteil der Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) zu bauen. Das belgische Start-up werde 264 der insgesamt 368 Satelliten der Konstellation beisteuern, berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt unter Berufung auf mehrere Quellen mit Insiderwissen. Der Wert des Auftrags beläuft sich demnach auf mindestens 1,8 Milliarden Euro.
Das sei ein wichtiges Signal für die Branche, sagte Benoît Deper, Gründer und Chef von Aerospacelab, laut dem Bericht: „Neue Akteure könnten dazu beitragen, Europas Souveränität im Weltraum mitzugestalten – auf Augenhöhe mit etablierten Raumfahrtunternehmen.“
Das Unternehmen baut in Charleroi eine große Fabrik für Satelliten. Diese soll in den kommenden Monaten fertiggestellt werden. Dort will Aerospacelab ab 2027 bis zu 500 Satelliten im Jahr produzieren.
Überraschenderweise ist Airbus Defence and Space nicht berücksichtigt worden. Dabei hat der unter anderem für Weltraumsysteme zuständige Geschäftsbereichs des europäischen Luftfahrtkonzerns viel Erfahrung mit LEO-Satelliten: Er baut Satelliten für die Oneweb-Konstellation, die bereits aus mehreren Hundert Satelliten besteht. Airbus wird aber nicht komplett aus Iris2 ausgeschlossen: Der Konzern baut 66 Satelliten für die militärische Kommunikation.
Anders als die US-Konstellationen Starlink und Leo, die ihre Satelliten nur im LEO positionieren, soll Iris2 auch über 18 Satelliten in einer mittleren Erdumlaufbahn (Medium Earth Orbit, MEO) verfügen. Mit deren Bau hat die EU-Kommission das Bremer Unternehmen OHB beauftragt. Das Auftragsvolumen soll bei einer knappen Milliarde Euro liegen.
Die ersten Satelliten für Iris2 sollen 2029 ins All fliegen – geplant war ursprünglich zwei Jahre früher. Der Aufbau der Konstellation soll rund 15 Milliarden Euro kosten.