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Ukraine: Russland legt Internet-Warenlager in Trümmer
Auch Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine auf Angriffe gegen Online-Händler. Mit Raketen werden Lager der Unternehmen Rozetka und Epizentr attackiert - der wirtschaftliche Schaden ist enorm.
Der russische Angriffskrieg nahm von Anfang an auch das wirtschaftliche Potenzial der Ukraine ins Visier. Seit einigen Monaten erreichen diese Schläge jedoch mit Angriffen auf zivile Logistik und Lagerkapazitäten eine neue Dimension. Russland nutzt aus, dass sich die Ukraine kaum mehr gegen ballistische Raketen verteidigen kann. Indes greift inzwischen auch die Ukraine gezielt Lagerhäuser in Russland an.
Innerhalb von fünf Tagen sei das zentrale Lager des ukrainischen Internet-Handelsunternehmens Rozetka in der Kleinstadt Browary bei Kiew dreimal getroffen worden, erklärte Rozetka-Mitbegründer Wladyslaw Tschetschotkin in der vergangenen Woche im Fernsehsender My Ukraina. Der Schaden betrage rund sieben Milliarden Hrywnja, umgerechnet 140 Millionen Euro.
Betroffen seien dabei auch über 5.000 kleinere Unternehmen, die ihre Waren über Rozetka vertreiben. Rozetka ist der führende Online-Händler in der Ukraine, bei Elektronikartikeln hat er nach eigenen Angaben einen Marktanteil von etwa 50 Prozent.
Wenn die russische Armee Lager des ukrainischen Internethändlers Rozetka mit ballistischen Raketen angreift, sind diese der Attacke schutzlos ausgeliefert.
Ziel russischer Angriffe ist auch das zweitgrößte Unternehmen für Online-Versandhandel in der Ukraine namens Epizentr, das bei Baumaterialien Marktführer ist. Seit Beginn des vollumfänglichen Kriegs 2022 seien zehn Warenhäuser des Unternehmens zerstört worden, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit.
"2025 und 2026 sind die Verluste erheblich angestiegen, der Prozess ihrer Bewertung dauert an", heißt es in der Erklärung. Die ukrainische Ausgabe der Zeitschrift Forbes hat indes berechnet, dass russische Angriffe seit Anfang Juli 400.000 Quadratmeter Lagerfläche zerstört haben.
Fast ein Dutzend Warenhäuser von Epitzentr wurden bereits zerstört - dieses Gebäude wurde 2025 von einer russischen Rakete getroffen.
Kleinere Unternehmen bringen die Angriffe in existenzielle Probleme. Ein Beispiel ist der Verlag für Brettspiele Igromag. Ohne die Unterstützung der Stammkunden hätte die Firma wohl nicht überlebt, sagte Alisa Soljanitschenko der ARD. Sie ist bei Igromag zuständig für die Adaption von Spielen ausländischer Hersteller.
Als das zentrale Lager bei Kiew mit rund 18.000 Spielen vollständig ausbrannte, hätten Kunden verstärkt die in kleineren Lagern verbliebenen Bestände bestellt und damit kurzfristig für Einnahmen gesorgt, erzählt Soljanitschenko. Igromag hatte sich das Lager mit anderen Spieleherstellern und Buchverlagen geteilt.