// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Dänemark reglementiert Nutzung Künstlicher Intelligenz an Schulen
In Dänemark gelten zum Start ins neue Schuljahr verschärfte Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. So sollen etwa mehr Aufgaben in der Schule erledigt und Prüfungen stärker überwacht werden.
Schriftliche Schulaufgaben mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) schreiben - für die Oberstufenschülerin Vigga Holm-Petersen gehört das inzwischen zum Alltag. Die 19-Jährige geht auf ein Gymnasium in Kopenhagen. Sie merkt inzwischen aber auch die negativen Folgen bei sich und anderen. Inzwischen fehle manchmal das kritische Überprüfen: "Dinge werden einfach von der KI übernommen, und das kann natürlich auch gefährlich sein."
Dänemark ist besonders stark von dieser Entwicklung betroffen. Das Land gilt seit Jahren als Vorreiter bei der Digitalisierung von Schulen. Tablets und Laptops gehören zum normalen Unterricht, auch Prüfungen werden teilweise digital geschrieben. An manchen Schulen sind Bücher im Unterricht fast gänzlich verschwunden.
KI trifft in Dänemark also auf ein Schulsystem, das ohnehin schon stark digitalisiert ist. Doch die Regierung wolle die Technologie nicht wieder aus den Klassenzimmern verbannen, sondern den Umgang damit stärker kontrollieren, erklärt Bildungsminister Magnus Heunicke im dänischen Rundfunk: "Leider wird KI von einigen Schülern zum Schummeln missbraucht. Wir haben deshalb ein paar Sofortmaßnahmen auf den Weg gebracht und beraten gemeinsam mit den Schulen, wie es weitergehen soll."
Die einen betonen Chance, die anderen machen auf die Risiken aufmerksam.
mehr
Weiterführende Schulen sollen während Prüfungen Überwachungssoftware einsetzen und den Zugriff auf KI-Dienste sperren. Aufgaben sollen außerdem wieder häufiger direkt in der Schule erledigt werden. Und eine größere Abschluss-Hausarbeit am Ende des Schuljahres muss zusätzlich mündlich verteidigt werden. So soll auffallen, wenn jemand eine Arbeit zwar abgibt, den Inhalt aber selbst nicht erklären kann.
Für die Kopenhagener Lehrerin Cecilie Linnegaard geht es dabei aber nicht darum, KI gänzlich aus der Schule herauszuhalten. Im Gegenteil: "Durch das Überwachen schaffen wir es, mit KI in der Schule zu arbeiten ohne Betrug. So können wir in Tests überprüfen, was die Schüler verstanden haben, und im Unterricht trotzdem moderne Technologien einbeziehen."
Die neuen Regeln sind deshalb zunächst vor allem eine Notbremse. Dänemark will herausfinden, wie Schule mit KI funktionieren kann, ohne dass am Ende nur noch die Maschine die Aufgaben erledigt.
KI wird an dänischen Schulen also nicht ganz verschwinden. Die neue Botschaft lautet vielmehr: Die Schüler dürfen Technik nutzen. Am Ende sollen die Jugendlichen aber zeigen, was sie selbst können.
Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Neue KI-Regeln für Dänemarks Schulen | 17.08.2026 | 21 Uhr