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Merz in der Sommerpause: Das Schweigen des Kanzlers
Hitze, Reformdebatte und noch ein Drohnen-Vorfall: Dieser Sommer bietet viele Anlässe, sich zu äußern. Doch Kanzler Merz bleibt erstaunlich ruhig - und beobachtet. Politische Brandherde müssen andere austreten.
"Schöne Ferien. Tschüss." Das waren die bisher letzten öffentlichen Worte von Kanzler Friedrich Merz am 29. Juli, so gegen 17 Uhr. Danach Schweigen und Urlaub, so hieß es offiziell von Regierungssprecher Stefan Kornelius. "Der Kanzler wird anschließend ein paar freie Tage haben." Es wurden dann ein paar freie Tage mehr. Am Ende dürften es rund vier Wochen sein.
Das an sich ist so ungewöhnlich nicht, auch andere Kanzler vor ihm tauchten ab in die Sommerfrische. Helmut Kohl reiste stets vier Wochen an den Wolfgangsee. Fototermin für die Hauptstadtpresse inklusive. Und auch Angela Merkel war gelegentlich vier Wochen weg, auch wenn die Kanzlerin 2013 erklärte: "Die Bundeskanzlerin erholt sich am sichersten während der Arbeit."
Danach war er weg: Ende Juli verabschiedete sich Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz in die Sommerpause.
Sie - wie nun auch Friedrich Merz - waren offiziell nicht weg, sondern nur woanders. Im Dienst nämlich. Wo genau, weiß im Fall von Friedrich Merz offiziell niemand, aber dass er alles genau beobachte, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille, der nicht in den Urlaub durfte, sondern von Berlin aus mitbeobachtet: "Der Kanzler beobachtet immer, egal wo er sich aufhält, was in Deutschland, in Europa und der Welt passiert."
Der Sommer war bislang geprägt von solchen Meldungen: Fast 12.000 Hitzetote in Deutschland als Halbjahresbilanz des Robert Koch-Institutes. Rekordniedrigwasser in Rhein, Elbe und Donau. Brände gab es und gibt es noch. Den größten jemals in NRW im Hürtgenwald, Evakuierung der dortigen Bevölkerung inklusive. Grünen-Co-Chef Felix Banaszak wundert sich jedenfalls: "Es reicht in einer solchen Situation nicht aus, das Wetter nur aus dem Urlaub heraus zu beobachten."
Zu beobachten war darüber hinaus auch ein vereitelter Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig und dann ein Streit zwischen Union und SPD über die Zukunft der abschlagsfreien Frührente. Alles eher unerfreulich für die Kanzlerpartei und die schwarz-rote Bundesregierung. Und der Bundeskanzler? "Er äußert sich dann, wenn er sich äußert", sagt Sprecher Hille.
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18.07.2026
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Der Kanzler braucht offenbar Regierungserholung vor einem anstrengenden Herbst. Unter anderem stehen eine Pflege- und eine Rentenreform an. Letztere droht gerade wegen des Widerstands von drei CDU-Ost-Ministerpräsidenten und vier SPD-Landesfürsten zum Streitthema des kommenden Reformherbstes zu werden. Merz aber schweigt auch hier und lässt seinen frischgebackenen Unionsfraktionschef Thorsten Frei sowie die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann versuchen, den politischen Brandherd auszutreten.