// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Obdachlosigkeit in Großbritannien: Burnham will Obdachlose von Straße holen
In Großbritannien schlafen Tausende Menschen auf der Straße. Der neue Premier Burnham will das ändern - und kündigte ein Millionenprogramm an. Die Opposition spricht von Planlosigkeit.
Im Kampf gegen die Obdachlosigkeit hat Großbritanniens neuer Premierminister Andy Burnham zusätzliche Mittel angekündigt, damit bis zum kommenden Weihnachtsfest kein Mensch mehr auf der Straße schlafen muss. "Niemand sollte sein Bett in einem Hausaufgang oder vor einem Bahnhof aufschlagen müssen", erklärte Burnham. Es scheine, als dauere dieser Zustand schon so lange an, dass sich das Parlament daran gewöhnt habe.
Burnham hatte sein Vorhaben bereits während seiner Antrittsrede vor gut einem Monat vorgestellt. Nun sprach er von einer "landesweiten Initiative, um bis Weihnachten alle Menschen von der Straße zu holen".
Europamagazin
08.08.2026
In seiner ersten Rede als britischer Premier kündigte Burnham an, Obdachlosigkeit ein Ende zu bereiten.
mehr
Die britische Regierung kündigte in der Nacht auf Mittwoch zusätzliche Mittel in Höhe von 102 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 120 Millionen Euro) an, womit ein bereits zuvor angekündigtes Programm jetzt über insgesamt 442 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 516 Millionen Euro) verfügt.
Damit sollen Notunterkünfte und langfristiger Wohnraum finanziert werden. Laut Burnham sollen die Behörden in den Gemeinden entscheiden, welche Hilfen bei ihnen am dringendsten sind. Im Herbst soll es zudem ein Gipfeltreffen zu dem Thema geben.
Die konservative Opposition kritisierte, dass wie bei so vielen Ankündigungen des Premiers nur wenig darüber gesagt werde, wie der Plan bezahlt werden solle.
Von den geschätzt 382.000 Wohnungslosen in Großbritannien schlafen offiziellen Zahlen zufolge etwa 4.800 auf der Straße, zu den anderen zählen Menschen, die keine ständige Adresse haben oder in unsicheren Wohnverhältnissen leben.
Dieses Thema im Programm: NDR 1 | Nachrichten | 19.08.2026 | 15 Uhr