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Thief Remaster: Alter Code enthüllt absurde Entwickler-Notizen und Quake-Parallelen
Bei der technischen Analyse der Dark Engine stießen die Nightdive-Programmierer auf längst vergessene Repositories, die das Grundgerüst neu beleuchten.
Die Nightdive Studios arbeiten schon seit einer Weile an einem Remaster von Looking Glass Studios' Thief: The Dark Project und sprachen jüngst mit Digital Foundry über dieses neue Projekt.
Dabei geht es besonders um die Dark Engine, das Grafikgrundgerüst des Stealth-Klassikers: "So etwas gibt es bis heute kein zweites Mal", erzählt Nightdive-Entwickler Josh Dowell in dem Video. Demnach ließen sich die Ursprünge einiger technischer Eigenheiten der Engine viel leichter nachvollziehen, nachdem das Team ein "massiv veraltetes Versionskontroll-Repository für den Code" in die Finger bekam.
"Ich glaube, ein Großteil des ursprünglichen Teams wechselte irgendwann zu anderen Projekten. Für die zweite Hälfte der Entwicklung übernahm dann eine komplett neue Truppe das Ruder."
Das Entwicklerstudio Nightdive ist auf die Restauration und Neuauflage klassischer Videospiele spezialisiert. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen die Remaster-Versionen von Quake und Turok sowie das von Kritikern gefeierte, vollständige Remake von System Shock (2023).
Zugleich hat das Team offenbar bis zur letzten Sekunde vor dem Release Änderungen vorgenommen: "Am meisten Spaß bei der Durchsicht der Dark-Engine-Codebase hatte ich mit all den bissigen Kommentaren der Programmierer von Looking Glass und Irrational Games", ergänzt er. "Sie lassen die wildesten Sprüche über den Code ab. Da steht dann zum Beispiel: 'Riesen-Hack! Niemals nachbauen! Das müssen wir vor '98 fixen!' oder 'E3-Hack! Nach der E3 unbedingt löschen!' – und genau dieser Code-Schnipsel steckt sogar noch in Thief 2."
Dass das Spiel seinerzeit so gut aussah, liegt an seinen technischen Ähnlichkeiten zu anderen Titeln der damaligen Ära.
"Das Rendering von Thief und die Technologie hinter den Leveln sind erschreckenderweise einfach ein Klon von Quake", verrät Dowell. "Die Beleuchtung funktioniert exakt wie in Quake. Auch die Art und Weise, wie Lichter ein- und ausgeschaltet werden, stammt eins zu eins aus Quake."
Beide Engines sind sich ihm zufolge "unheimlich ähnlich", dennoch gebe es "wirklich merkwürdige" Unterschiede: "Quake nutzt vorberechnete Sichtbarkeit. Wenn ihr also an einer bestimmten Stelle im Level steht, weiß das Spiel sofort exakt, was ihr sehen könnt, ohne das erst berechnen zu müssen. Die Dark Engine hingegen macht das, was Quake während seiner Vorberechnungsphase tut, einfach in Echtzeit. Jeder einzelne Türrahmen in der Spielwelt fungiert als Portal. Die Engine erfasst das Rechteck, das ihr durch dieses Portal sehen könnt, registriert dahinterliegende Portale zu anderen Türen und berechnet dann, welche davon für euch sichtbar sind. Das Ganze ist super komplex. Ich kann kaum glauben, dass sie 1998 damit durchgekommen sind. Die Engine führt genau den langsamen Prozess aus Quake aus – aber eben in Echtzeit."
Bisher gibt es noch kein Release-Datum für Thief: The Dark Project Remastered. Die Neuauflage soll für den PC erscheinen.