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Thread-Report: Angreifer nutzen Schwachstellen immer schneller aus
Die Zahl schwerwiegender Sicherheitslücken und das Tempo ihrer Ausnutzung nehmen laut dem Quarterly Thread Landscape Report von Rapid7 im zweiten Quartal 2026 weiter zu. Deutschland lag dem Report zufolge bei Ransomware Angriffen weltweit auf Platz zwei.
Im Jahresvergleich verdoppelte sich die Zahl der als hoch oder kritisch eingestuften Schwachstellen auf 8539. Die Zahl neu ausgenutzter Schwachstellen stieg um bis zu 40 Prozent. Dadurch verkürzt sich die Zeit zwischen der Veröffentlichung einer Schwachstelle und ihrer Nutzung für Angriffe.
Rapid7 zufolge reichen feste Patch-Zyklen und die alleinige Bewertung nach CVSS damit nicht mehr aus. Sicherheitsverantwortliche sollten stärker berücksichtigen, ob Angreifer eine Schwachstelle tatsächlich erreichen und ausnutzen können.
62 Prozent der neu ausgenutzten Schwachstellen ließen sich ohne Authentifizierung und ohne Interaktion des Nutzers über das Netzwerk ausnutzen. Bei diesen sogenannten Zero-Click-Schwachstellen entfällt damit eine Hürde, die Angreifer bei anderen Angriffen überwinden müssen.
Auch die Verfügbarkeit von Exploit-Code nimmt zu. Die Zahl kritischer Schwachstellen stieg gegenüber dem Vorquartal um 21 Prozent. Öffentlich verfügbarer Exploit-Code nahm innerhalb eines Quartals um 12 Prozent und innerhalb eines Jahres um 76 Prozent zu. Meldungen über Schwachstellen ohne erforderliche Authentifizierung stiegen im Jahresvergleich um 247 Prozent, von 45 auf 156 Fälle.
Ransomware-Angriffe konzentrieren sich weiterhin stark auf die USA. Dort verzeichnete Rapid7 881 Opfer. Deutschland folgte dem Report zufolge aber mit 99 Fällen und lag damit weltweit auf Platz zwei. Kanada, Großbritannien und Italien folgten. Indien und Thailand gehörten erstmals zu den zehn Ländern mit den meisten erfassten Ransomware-Opfern.
Der Bericht nennt außerdem staatlich unterstützte Angriffe aus Iran, Nordkorea und Russland. Die Kampagnen richteten sich unter anderem gegen kritische Infrastrukturen und Unternehmen. Zu den beobachteten Methoden gehörten die Übernahme von Routern am Netzwerkrand kleiner Büros und Heimarbeitsplätze für DNS-Manipulationen sowie Angriffe auf Betriebstechnik und industrielle Steuerungssysteme.
Der Rapid7 Threat Landscape Report ist eine Analyse des globalen Angreiferverhaltens. Grundlage sind Daten aus Managed Detection and Response, Schwachstellen-Intelligence-Plattformen und der Threat-Research-Telemetrie des Unternehmens.
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